Letztes Wochenende machten die Erwachsenen unseres Vereins einen kleinen Ausflug in das ca. 100 km entfernte Prenzlau, zu unserem Vereinsfreunden vom KKS Kranich. Mario Häfele hatte sich bereit erklärt seinen ersten Lehrgang zum Thema Vitalpunkte (Kyusho) zu geben. Nach einer kurzen Erwärmung mit Tischtennisbällen ging es auch schon los. Zu erst widmeten wir uns den Punkten am Kopf, welche später auch in einfachen Anwendungen in Heian Katas angewandt wurde.

Danach folgten Vitalpunkte am Fuß, welche unter anderem auch den Sinn haben können einen potenziellen Gegner schnell kampfunfähig zu machen. „Wer nicht laufen kann, kann nicht kämpfen“ – zu guter Letzt ging es um Vitalpunkte am Körper zum einen die Wirkung bei regenerativen Maßnahmen zu anderen aber auch wie man diese nutzen kann um sich aus brenzligen Situationen wie: Umklammerungen oder Griffen zu lösen.

Alles in allem ein sehr gelungener Lehrgang wir hoffen auf weitere mit noch mehr Aktionen und spannenden Themen.

Für alle die nicht wissen was Kyusho ist hier noch eine kleine Erklärung. – Kyūsho Jitsu (jap. 急所術, dt. „Kunst der Vitalpunkte“) – beschreibt die Vitalpunkte am menschlichen Körper sowohl im regenerativen als auch im zerstörerischen Zyklus. Die Erkenntnisse basieren auf der Traditionellen chinesischen Medizin und der Akupunktur. Man trainiert dies nicht unbedingt als eigenständige Kampfkunst, sondern eher als zusätzlichen Bereich, welcher sich mit dem eigenen Wissen kombinieren lässt. Auch in den nichtjapanischen Kampfkünsten war das Wissen um die vitalen Punkte meist vorhanden. Mit der Versportlichung der Kampfkünste ist dieses Wissen jedoch größtenteils verloren gegangen. Mittlerweile wird dies wieder aufgenommen und in viele Systeme „reintegriert“. Weiteres zu diesem Thema findet Ihr mit der Suchmaschine Eurer Wahl.

Zu Guter letzte noch ein kurzer Hinweis ein paar Impressionen, findet Ihr bei uns in der Facebook-Galerie. Vielen Dank für den Einsatz Mario und weiter so.

Seit dem Seminar ist zwar schon ein bisschen Zeit vergangen, aber ich wollte trotzdem noch ein paar kleine Zeilen zum Lehrgang in Prag schreiben. Für uns war es nicht der erste Besuch in der tschechischen Hauptstadt, daher wussten wir, was in etwa auf uns zu kommt. Auch diesmal war das Ziel ein Besuch auf dem Lehrgang von Dr. Ilija Jorga, dem Gründer des Fudokan Karate-Do. Bei bestem sonnigen Wetter sind wir mit Freunden aus Berlin, Prenzlau, Rehfelde und Schwedt nach Prag aufgebrochen. Dieses Jahr gab es jedoch eine kleine Änderung, der Lehrgang startete schon am Freitagabend, somit sind wir schon am Morgen losgefahren, um rechtzeitig da zu sein.

Die Fahr nach Prag und das erste Training im privaten Rahmen

Unsere Fahrt dauerte mit Pausen in etwa 4 Stunden, wobei wir hier freudig berichten können, dass die Autobahn nach Prag endlich fertig ist und man nicht mehr umgeleitet wird. Nach einen kurzem Check-In, sowie Besichtigung der Zimmer ging es auch schon direkt auf die erste Sightseeing Runde. Zu Fuß haben wir uns ein bisschen die Umgebung angesehen, um irgendwo noch eine kleine Stärkung vor dem Training zu uns zu nehmen. Danach fuhren wir zur ersten Trainingseinheit. Die Halle war am Freitagabend nicht so voll, was aber angesichts der noch beachtlichen Temperaturen, sich eher positiv für alle auswirkte. Nach einer kurzen Erwärmung starteten wir auch direkt mit ein paar Kombinationen, welche im späteren Verlauf mit dem Partner umgesetzt werden mussten. Zusätzlichen wurde dies mit diversen Zeitformen und Ausweichbewegungen kombiniert. Nach 2 Stunden intensivem Training haben wir den Tag im Hotel, bei einem guten Abendessen, ausklingen lassen.

Am nächsten Tag, war für uns früh aufstehen angesagt. Die erste Einheit begann um 9 Uhr und die Halle war im Gegensatz zum Vortag ziemlich voll geworden. Im Verlauf des Tages und den div. Trainingseinheiten gab es sehr viele Eindrücke und Impressionen zu: Zeitformen, Angriffslinien, psychischen/physiologischen Eigenschaften des Menschen, Ausweichbewegungen und weiteren interessanten Themen. Außerdem wurde die Kata Kitei Nidan oder Kitei Higashiyama Sensei unterrichtet. Diese Kata soll demnächst als zweite Kata in der Disziplin Fukugo einziehen und dann im Wechsel, mit der Kitei Nishiyama Sensei gelaufen werden. Nach einem anstregenden Tag begann für uns der angenehme Teil, nach unserem üblichen Chinarestaurant Besuch am Wenzelsplatz hieß es die Prager Innenstadt unsicher machen. Bei Besten Sonnenwetter und in etwa 28 Grad war dies auch noch in den späten Abendstunden gut möglich.

Am Sonntag wurde dann noch mal in einer gemeinsamen Trainingseinheit alles wiederholt und gefestigt. Wir möchten uns auf diesem Wege bei unseren tschechischen Freunden bedanken, sowohl für die Aufnahme und Vermittlung als auch für die Gastfreundschaft. Uns wurde versichert, dass wir gern gesehene Gäste sind, und werden nächstes Jahr sicherlich mit einem größeren Team an den Start gehen, auch im Fudokan Cup.

 

Um immer wieder neue Impulse für das Karatetraining zu bekommen, um uns selber weiterzuentwickeln und auch das Training im Dojo besser zu gestalten. Ist es natürlich wichtig das wir uns als Trainer regelmäßig weiterbilden. Diesmal ging die Reise nach Süddeutschland, genauer gesagt nach Backnang bei Stuttgart. Im Verein Shingikan Backnang e.V. gab der berühmte Meister Hiroshi Shirai (10. Dan) zusammen mit seinem Schüler Carlo Fugazza (8. Dan) einen Lehrgang.

Wer ist Hiroshi Shirai?

Hiroshi Shirai ist einer der wichtigsten noch lebenden Meister im Shotokan Karate-Do, welcher unter Karatelegenden wie Sensei Nakayama, Sensei Nishiyama, Sensei Kase gelernt hat. 1955 begann er nach seinem Studium mit dem Karatetraining und erhielt 5 Jahre später schon eine Lehrbefugnis in der JKA. 1965 reiste er mit mehreren anderen großen Meistern zu Vorführungen durch die ganze Welt (Europa, Südafrika und die Vereinigten Staaten). In Italien trägt er zur Verbreitung einer neuen Begeisterung für die Kampfkünste bei und bildet zahlreiche Meister aus, die heute auf der ganzen Welt aktiv sind. Im November desselben Jahres ließ er sich in Mailand nieder, wo er bis heute lebt und lehrt. Im folgenden Jahr gründete er dann die A.I.K. (©Wikipedia)

Der Lehrgang

Nachdem wir in Backnang angekommen sind, ging es erstmals zur Anmeldung. Wir wurden sehr herzlich von der Frau des Dojololeiters begrüßt. Nachdem alle Formalitäten geklärt waren, ging es schnell zum Umziehen da das Training gleich los ging. Die erste Einheit war von Kombinationstraining sowohl mit als auch ohne Partner geprägt. Es wurde ein großer Wert auf die richtige Ausführung, den richtigen Krafteinsatz, sowie Kontrolle und Kime gelegt. Sensei Shirai verpackte die Kombinationen immer wieder neu, sodass viele Eventualitäten und Richtungen abgedeckt wurden. Anschließend widmeten wir uns dem Bunkai der Kata Heian Nidan und in der Daneinheit in Teilen der Kata Sochin. Nach einer sehr langen Pause, und gefühlten 20 Kaffee ging es dann um 16:00 Uhr mit der dritten Einheit los.

Es stand eine Stunde gemeinsames Training auf dem Plan. Egal ob Weiß oder Schwarz jeder hatte, so seine Probleme mit den doch recht langen und anspruchsvollen Kombinationen. Auch hier galt es wieder Training in Partnerform und zum Abschluss Wiederholung des Bunkais der Heian Nidan. Die letzte Einheit mit Carlo Fugazza wurde dann der Kata Gojushiho Dai gewidmet, neben Fragen zum Bunkai und der klassischen Shotokan Ausführung wurden auch Probleme und zu „Fehlern“ sachlich geklärt und aufgezeigt. Alles im allem war es ein sehr schöner Lehrgang. Alle Teilnehmer waren sehr aufgeschlossen gegenüber uns „Neuen“, wir haben uns wohlgefühlt und werden mit Sicherheit zu der ein oder anderen Veranstaltung wiederkommen. Vielen Dank an Helmut Eisenmann und sein Team sowie Manfred Schmoigl für die Ausrichtung des Lehrgangs.